Airbus entwickelt Hybridantriebssystem für nächste Flugzeuggeneration mit Testbetrieb ab 2027

에어버스 차세대 항공기용 하이브리드 전력체계 개발…2027년 지상 실증 추진.jpg

Airbus treibt die Entwicklung einer hybriden Bordstromarchitektur für künftige Verkehrsflugzeuge voran und plant für 2027 eine bodengebundene Demonstration. Das am 22. Juli angekündigte LEIA-Projekt (Large Scale Integration Demonstrator of Hybrid Electrical Architecture) soll Hochvolt-Erzeugung und -Verteilung, Batteriekopplung sowie ein zentrales Energiemanagement erstmals als ein Gesamtsystem für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge verifizieren. Gefördert wird das Vorhaben von der Clean Aviation Joint Undertaking, einer öffentlich‑privaten EU-Partnerschaft zur Dekarbonisierung der Luftfahrt.

Im Fokus steht nicht nur der Antrieb: Generatoren, Leistungselektronik, Verteilnetze, Thermomanagement und Notstromversorgung müssen in einer gemeinsamen Architektur sicher zusammenspielen und perspektivisch zertifizierbar sein. „Der Eintritt in die Demonstrationsphase von LEIA ist ein wichtiger Wendepunkt für die Art, wie wir künftige Flugzeuge entwerfen“, sagte Karim Mokaddem, Leiter Forschung & Technologie für künftige Flugzeuge bei Airbus. „Mit einer integrierten und intelligenten hybriden Stromarchitektur schaffen wir die physische und digitale Basis der nächsten Generation von Flugzeugen.“

LEIA baut auf Ergebnissen des Vorgängerprogramms SWITCH auf, das Teilsysteme für hybridelektrische Antriebe entwickelte. Collins Aerospace schloss im Juli integrierte Labortests ab; beteiligt waren zudem Pratt & Whitney, GKN Aerospace und MTU Aero Engines.

Die in SWITCH verifizierten Untersysteme werden in das Airbus-Zentrum für nachhaltige Technologien und Engineering-Projekte in Ottobrunn bei München überführt. Dort sind integrierte Tests auf Flugzeugebene vorgesehen – einschließlich Flugzeugdesignschnittstellen, Batterieanbindung und Energiemanagement. Geprüft werden sollen unter realitätsnahen Bedingungen unter anderem Spannungsfluktuationen, Systeminterferenzen, Überlastszenarien und die Umschaltung auf Notstrom.

Am LEIA-Konsortium wirken nach Airbus-Angaben unter anderem AVL, Collins Aerospace, das European Aeronautics Science Network (EASN), die Fraunhofer-Gesellschaft, Liebherr-Aerospace, das niederländische NLR, Safran, der Batteriespezialist Saft, die University of Warwick und die Technische Universität Breslau mit. Das Projekt folgt dem „More Electric Aircraft“-Ansatz, bei dem hydraulische und mechanische Verbraucher zunehmend elektrifiziert werden.

Einordnung: Die Elektrifizierung verspricht Effizienz- und Wartungsvorteile und gilt auf kurzen und mittleren Strecken als am ehesten umsetzbar. Hürden bleiben die geforderte Leistungsdichte bei geringem Gewicht, Wärmemanagement, Batteriesicherheit und hohe Redundanz. Die Ergebnisse der Bodendemonstration 2027 dürften zum Maßstab für Architekturentscheidungen und Zeitpläne künftiger Hybridflugzeuge werden.