Schar von Hornissen sticht 15 Touristen bei Seilbahn in Busan, Südkorea

케이블카 타러 갔다 말벌 떼 ‘날벼락…부산 송도서 관광객 15명 쏘여.jpg

Bei der beliebten Songdo-Meeres-Seilbahn in Busan sind nahe dem Eingang des Stationsgebäudes und am angrenzenden Amnam-Park innerhalb kurzer Zeit mehrere Besucher von einem Schwarm Hornissen angegriffen worden. Nach Behördenangaben wurden 15 Personen gestochen, darunter Kleinkinder, Schulkinder sowie zahlreiche ausländische Touristen. Zwölf Verletzte wurden in umliegende Kliniken gebracht, drei Betroffene konnten vor Ort versorgt werden. Lebensgefährliche Verletzungen wurden zunächst nicht bekannt.

Der Vorfall ereignete sich gegen 11:58 Uhr Ortszeit. Augenzeugen berichteten, dass plötzlich zahlreiche Hornissen über den Platz flogen und wartende Fahrgäste attackierten. Die Feuerwehr entsandte rund 40 Einsatzkräfte und zwölf Fahrzeuge, sperrte den Bereich ab und veranlasste Durchsagen über die Betreiber der Seilbahn, um weitere Besucher fernzuhalten. Ein Team für Schädlingsbekämpfung entdeckte in einem Baum eines nahegelegenen Beetes ein Nest von etwa 40 Zentimetern Durchmesser und entfernte es durch kontrollierte Verbrennung. Bei den Insekten soll es sich den ersten Einschätzungen zufolge um die in Ostasien verbreitete Art handeln, die in Städten und Parks Nester an Bäumen und Strukturen anlegt.

Unter den Verletzten befanden sich nach einer ersten Übersicht mehrere Reisende aus Taiwan, China und Thailand. Die genaue Aufschlüsselung variierte zwischenzeitlich, da Betroffene in verschiedene Krankenhäuser verteilt wurden und der Bereich kurz nach dem Schwarmangriff stark frequentiert war. Die Feuerwehr betonte, die Ermittlungen zur Ursache liefen: Warum die Hornissen plötzlich in großer Zahl in den Publikumsbereich eindrangen und aggressiv wurden, sei unklar.

Die Songdo-Seilbahn verbindet den Strand von Songdo mit dem Küstenpark Amnam und zählt zu den meistbesuchten Attraktionen der Hafenstadt. Gerade in der Sommersaison ziehen Promenaden, Aussichtspunkte und die Gondelfahrt über dem Wasser viele Familien und internationale Gäste an. Der Vorfall macht sichtbar, wie eng touristische Infrastruktur und natürliche Umwelt an stark besuchten Orten ineinandergreifen – und welche sicherheitsrelevanten Fragen daraus entstehen. Während Betreiber technischer Anlagen Wartung und Betrieb im Blick haben, können Gefahren auch aus der Vegetation im unmittelbaren Umfeld erwachsen. Große Nester in Bäumen oder Grünflächen an Wegen, Wartezonen und Zugangstoren können binnen Minuten zu einem Risiko für viele Menschen werden.

Die Einsatzkräfte in Busan reagierten mit medizinischer Erstversorgung, Absperrungen und anschließender Entfernung des Nests sowie ergänzenden Bekämpfungsmaßnahmen gegen umherfliegende Tiere. Parallel prüfen die Behörden, ob zusätzliche Kontrollen von Bäumen, Hecken und Beeten im direkten Umfeld der Anlage – insbesondere während der Hochsaison – sinnvoll sind. Offene Fragen betreffen auch die Auslöser für das aggressive Verhalten, etwa mögliche Erschütterungen, Lärmspitzen oder Bewegungen in Nestnähe; hierzu liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Für tourismusintensive Regionen ist der Vorfall ein Hinweis darauf, dass Sicherheitskonzepte stärker auf natürliche Gefahrenquellen ausgerichtet werden müssen. Dazu gehören klare Meldeketten, schnelle Information der Besucherinnen und Besucher, temporäre Sperrungen sowie regelmäßige Sichtkontrollen der Grünbereiche an neuralgischen Punkten wie Eingängen, Warteflächen und Aussichtsterrassen. Auch in Europa stehen Betreiber von Seilbahnen, Parks und Ausflugszielen vor ähnlichen Aufgaben: Wo Menschenströme auf urbane Natur treffen, entscheiden präventive Routinen und zügige Eingriffe darüber, ob ein Vorfall lokal begrenzt bleibt.

Die Behörden in Busan haben nach der Entfernung des Nests weitere Gefahrenquellen geprüft und ermitteln die genauen Abläufe des Schwarmangriffs. Fest steht: Es handelte sich nicht um einen technischen Defekt der Seilbahn, sondern um ein abruptes Ereignis aus dem natürlichen Umfeld der Anlage. Wie weit Sicherheitsverantwortung über die reine Technik hinausreicht, wird damit zur Kernfrage – nicht nur am Meer von Busan, sondern überall dort, wo Natur und Massentourismus auf engem Raum zusammentreffen.