Seoul führt kostenlosen „Geh- und Heimweg“-Alarm für 320.000 Grundschulkinder an 607 Schulen ab September ein

서울 초등생 32만명 ‘등·하교 알림 무료로 받는다…9월부터 607개교 전면 시행.jpg

Seoul, Südkorea – Ab September weitet das Bildungsamt der Metropole ein digitales Sicherheitsangebot für den Schulweg flächendeckend aus: An 607 staatlichen, öffentlichen und privaten Grundschulen erhalten rund 320.000 Kinder einen kostenlosen „Geh- und Heimweg“-Alarm. Eltern oder Sorgeberechtigte werden künftig in Echtzeit informiert, sobald ihr Kind das Schulgelände betritt oder verlässt. Bisher war der Service vielerorts kostenpflichtig und hing von der Entscheidung der einzelnen Schule sowie der finanziellen Situation der Familien ab.

Kern des Systems ist die Kopplung eines von den Kindern mitgeführten Geräts mit Relaisstationen auf dem Schulgelände. Registriert die Schuleinrichtung das Eintreffen oder den Aufbruch, sendet das System automatisch eine Benachrichtigung per SMS oder App auf das Handy der Eltern. Für Familien, die den Schulweg nicht täglich persönlich begleiten können, entsteht damit eine niedrigschwellige Möglichkeit, Ankunft und Aufbruch zuverlässig zu überblicken.

Die nun beschlossene vollständige Kostenübernahme setzt einen klaren sozialen Akzent. Zuvor mussten Familien in der Regel eine monatliche Gebühr von 2.200 bis 3.300 Won pro Kind tragen – eine Hürde, die je nach Haushaltseinkommen zu ungleichen Nutzungschancen führte. Mit der Stadtweiteinführung wird das Angebot als Bestandteil allgemeiner Bildungs- und Fürsorgeleistungen verstanden.

Finanziert wird die Maßnahme über „besondere Zuweisungen für Katastrophen- und Sicherheitsmanagement“ des südkoreanischen Bildungsministeriums. Neben den laufenden Nutzungsentgelten sollen auch betriebliche Aufwände wie Ersatzgeräte gedeckt werden. Der Schritt reiht sich in eine umfassendere staatliche Strategie zur Erhöhung der Kindersicherheit im Umfeld von Schulen ein: Im November 2025 hatten mehrere Ministerien – darunter Innen- und Sicherheitsministerium, Nationalpolizei, Bildungs- und Gesundheitsressort – ein gemeinsames Paket zur Absicherung des Schulwegs vorgestellt. Dazu zählen der Ausbau von CCTV an gefährdeten Abschnitten und die Einführung KI-gestützter Videoüberwachung ebenso wie Präventionsprogramme und bauliche Maßnahmen im „Schulweg-Schutzbereich“.

Wichtig für das Verständnis: Der Benachrichtigungsdienst ist kein GPS-Tracking des gesamten Weges. Er erfasst ausschließlich die klar umrissenen Zeitpunkte des Betretens und Verlassens des Schulareals auf Basis der dortigen Relaisstationen. Bewegungsprofile im öffentlichen Raum werden nicht erstellt. Entsprechend ist der Dienst ein Baustein in einem breiteren Sicherheitsnetz, ersetzt aber keine weiteren Schutzmaßnahmen außerhalb des Schulgeländes.

Die gesellschaftliche Akzeptanz ist hoch. In einer Online-Beteiligung über die Plattform „Gukmin Saenggakham“ der Anti-Korruptions- und Bürgerrechtskommission sprachen sich von 4.802 Teilnehmenden 4.653 (96,9 Prozent) für die vollständige Kostenübernahme aus. 87,4 Prozent erwarteten, dass die unmittelbare Rückmeldung zu Ankunft und Aufbruch der Kinder hilft, Unfälle zu verhindern.

Vor dem Start informiert das Bildungsamt die Schulen und Familien über Abläufe, Neuanmeldungen und die Umstellung bisher kostenpflichtiger Nutzerinnen und Nutzer auf den kostenlosen Betrieb. Nach der Einführung sind Vor-Ort-Prüfungen und Rückmeldeschleifen geplant, um mögliche Probleme im Alltagsbetrieb zu identifizieren – etwa das Vergessen des Geräts durch Kinder, Erkennungsfehler oder verzögerte Meldungen – und die Servicequalität schrittweise zu verbessern.

Jeong Geun-sik, Bildungsdirektor der Metropole Seoul, unterstreicht den Stellenwert der Maßnahme als Teil der öffentlichen Verantwortung, allen Eltern einen verlässlichen Überblick über die Ankunft und den Aufbruch ihrer Kinder zu ermöglichen. Zusammen mit dem Ausbau von CCTV, KI-gestützter Leitstellen sowie der Erweiterung von Schutzbereichen und Präventionsangeboten zielt die Stadt darauf ab, den Schulweg systematisch sicherer zu machen – und dies unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit einzelner Haushalte.