LG Electronics stellt auf der IFA 2026 in Seoul umfassende KI-Strategie für vernetzte Wohnräume und Dienstleistungen vor

lg전자 ifa 2026서 ‘ai홈 확장 전략 공개…가전 넘어 공간·서비스 연결.jpg

Berlin, Deutschland – Auf der IFA 2026, die vom 4. bis 8. September in Berlin stattfindet, präsentiert LG Electronics eine erweiterte KI-Strategie für das vernetzte Zuhause, die über einzelne smarte Geräte hinausgeht. Der Konzern verknüpft Haushaltsgeräte, Wohnräume und externe Dienste zu einem integrierten Ökosystem, das sich an den Alltagsrhythmen der Nutzer orientiert und Funktionen eigenständig vorschlägt und ausführt. Damit rückt die Steuerung des gesamten Wohnumfelds in den Mittelpunkt – nicht mehr nur die Intelligenz einzelner Produkte.

LG bespielt in Berlin eine Ausstellungsfläche von rund 3.745 Quadratmetern und zeigt etwa 150 Produkte. Zentrales Element ist der neue KI-Home-Hub ThinQ ON, der als Schaltstelle für das KI-Home-Ökosystem dient, sowie die Plattform ThinQ. In inszenierten Wohnsituationen – vom Wohnzimmer über Küche, Schlafzimmer und Bad bis in Außenbereiche – demonstriert LG, wie Klima, Luftqualität, Beleuchtung und Geräteprozesse automatisiert ineinandergreifen. So kann ThinQ ON beispielsweise auf Basis von Rückkehrzeiten und Gewohnheiten Temperatur und Luftqualität anpassen, Menüvorschläge in der Küche aus Vorräten und Familienplänen ableiten oder nach dem Duschen automatisch lüften und entfeuchten.

Neu ist zudem ThinQ Claw, ein in ThinQ ON eingebetteter, stärker autonomer KI-Agent. Er analysiert per Dialog die aktuelle Situation und Nutzungsmuster, schlägt passende Aktionen vor oder setzt sie direkt um – auch aus der Ferne via Chat. Anbindungen an Websuche, Kalender und weitere Dienste erweitern die Steuerungsmöglichkeiten über den Haushalt hinaus.

Die Strategie reicht über den privaten Wohnraum in den gewerblichen Bereich: Mit dem B2B-Integrationspaket ThinQ Pro lassen sich Haushaltsgeräte, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HVAC) sowie Energiesysteme zentral managen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Athom, ein 2024 von LG übernommenes Smart-Home-Unternehmen. Dessen offene Plattform Homey, die mehr als 50.000 IoT-Geräte anbinden kann, nutzt LG als Baustein für ein Home Energy Management System (HEMS). In Verbindung mit KI-Geräten, HVAC, Photovoltaik und stationären Speichern (ESS) soll so der Energiefluss im Haus ganzheitlich gesteuert werden – mit Blick auch auf künftige B2B-Einsätze bei europäischen Mehrfamilienhaus-Projekten.

Für den europäischen Markt zeigt LG zudem die neue Produktfamilie Fit & Max, die Platzökonomie mit Leistung verbindet. Bei Kühlgeräten ermöglichen Zero-Clearance-Scharniere, dass Türen selbst in Möbelfluchten bis zu 110 Grad öffnen und Schubladen in engen Nischen herausgezogen werden können. Waschmaschinen und Trockner sind auf die hier gängige Möbeltiefe von 600 mm ausgelegt, ohne Kapazität einzubüßen. Ergänzend präsentiert LG vertikal kombinierte Wasch-Trockentürme (WashTower) sowie Geräte, die Waschen und Trocknen in einem Prozess vereinen (WashCombo).

Energieeffizienz bildet einen zweiten Schwerpunkt: Gezeigt werden eine Waschmaschine, die gegenüber der höchsten EU-Klasse A den Verbrauch um weitere 70 Prozent reduziert, ein Geschirrspüler mit A-30 Prozent sowie ein Kühlschrank mit A-35 Prozent. KI-Funktionen wie AI SenseClean (Beladungs- und Verschmutzungsanalyse beim Spülen), AI Wash und AI Dry (konsumgerechte Programmwahl nach Faserart), AI Fresh (angepasste Kühlleistung) und AI Saving Mode (optimierter Stromverbrauch) sollen Effizienzpotenziale im Alltag heben.

Auch im Entertainment-Segment setzt LG Akzente: Ein 83-Zoll- kabelloser Wallpaper-TV (LG SIGNATURE OLED W), die 2026er OLED evo AI-Modelle und Micro RGB evo stehen im Mittelpunkt eines Multimedia-Bereichs. In der SIGNATURE-Zone demonstriert das Unternehmen darüber hinaus KI-gestützte Assistenzfunktionen, etwa Sprachvorschläge für Kühlmodi oder die Zutaten-Erkennung per Kameras im 30-Zoll-Wall-Ofen („Gourmet AI“). Am Messeeingang inszeniert die Installation „LG AI Orchestra“ mit dem Heimroboter LG CLOiD, großflächigen kinetischen LEDs und verknüpften Hausgeräten die Vision eines „Zero Labor Home“, in dem Routineaufgaben weitgehend automatisiert sind.

Rund 46 Prozent der Standfläche reserviert LG für Gespräche mit Handelspartnern und B2B-Kunden – ein Indiz, dass Vernetzung, Energie- und Gebäudemanagement auch als Geschäftsfelder jenseits des klassischen Endkundengeschäfts priorisiert werden. Baek Seung-tae, stellvertretender Unternehmenspräsident und Leiter des Geschäftsbereichs HS, unterstrich den Anspruch, das aus KI-Geräten, Home-Hub und Plattform gekoppelte Ökosystem konsequent auszubauen, um die Position im globalen Premiumsegment zu festigen.

Die IFA als größte europäische Branchenplattform bietet dafür den Resonanzraum: Sie bündelt jährlich in Berlin die zentralen Trends der Unterhaltungselektronik und Hausgeräteindustrie. LGs Auftritt 2026 folgt der Marktentwicklung, in der KI, IoT und Effizienzanforderungen zusammenwachsen – vom vernetzten Haushalt über smarte Gebäude bis zum integrierten Energiemanagement. Für den europäischen Markt, in dem Effizienzklassen und Verbrauchstransparenz Kaufentscheidungen prägen, setzt der Konzern damit auf ein doppeltes Angebot: ein auf Alltagsabläufe trainiertes KI-Heimökosystem und Geräte, die messbar sparsamer arbeiten.